Erstvorsorge (ca. 6 – 8 SSW)
Beim ersten Termin: Anamnese, klinische und gynäkologische Beurteilung, Beratung und indizierte Laboranalysen sowie Aufklärung über Vorsorgeplan und Mutterschaftsleistungen. Eine frühe Sonografie in der 6.–8. SSW erfolgt nicht pauschal, sondern bei klinischer Indikation, zum Beispiel bei Beschwerden oder unklarer Schwangerschaftsdauer; sie gehört nicht automatisch zu den zwei Standard-Ultraschallleistungen.
Sie erhalten einen persönlichen Vorsorgeplan und Schwangerschaftsdokumente, in denen alle weiteren Untersuchungen dokumentiert werden.
Trimester-Begleitung
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft umfasst der Niedrigrisiko-Pfad insgesamt sieben Kontrollen. Die Termine werden individuell über die Schwangerschaft verteilt — zusätzliche Kontrollen erfolgen bei medizinischer Indikation.
SSW 6 – 14
Ärztliche Erstbeurteilung und Erstlabor, erster Standard-Ultraschall in SSW 12–14, Ersttrimestertest und NIPT-Beratung.
SSW 14 – 28
Zweiter Standard-Ultraschall mit Beurteilung der fetalen Anatomie in SSW 20–23, GDM-Test in SSW 24–28 und Beratung zum Geburtsort.
SSW 28 – 40+
Individuell geplante weitere Kontrollen im Rahmen der sieben Vorsorgen, Geburtsplan und Gespräch zur Geburt. CTG sowie Lage- oder Wachstumssonografie bei Indikation.
Ultraschall & Screenings
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft vergütet die OKP zwei Standard-Ultraschalluntersuchungen: in der 12.–14. und in der 20.–23. SSW. Frühe oder zusätzliche Sonografien, Wachstumskontrollen, Doppler-/Flussmessungen und CTG setzen einen klinischen Anlass beziehungsweise eine Risikoschwangerschaft voraus; sie sind kein pauschaler Niedrigrisiko-Standard. Spezialisierte oder invasive Diagnostik überweisen wir an ein spezialisiertes Zentrum für Pränatalmedizin (Schwerpunkt Fetomaternale Medizin SIWF). Optionale 4D-Erinnerungsbilder ersetzen keine diagnostische Untersuchung und sind keine automatische OKP-Leistung.
NIPT & Pränataldiagnostik
Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) ist eine Blutuntersuchung der werdenden Mutter, die als Screening Hinweise auf Trisomie 21, 18 und 13 liefern kann; ein auffälliges Ergebnis muss diagnostisch bestätigt werden. Die OKP übernimmt den NIPT ab der 12. SSW, wenn das berechnete Risiko 1:1000 oder höher ist. Der Test ist freiwillig.
Der gesetzlich vorgesehene Ersttrimestertest wird von der OKP vergütet. Invasive Diagnostik (CVS, Amniozentese, Cordozentese) führen wir nicht selbst durch — sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Zentrum für Pränatalmedizin (Schwerpunkt Fetomaternale Medizin SIWF), an das wir Sie überweisen; die OKP übernimmt sie bei den gesetzlichen Voraussetzungen, etwa bei hochgradigem Verdacht nach NIPT, einem ETT-Risiko von 1:380 oder höher oder einer entsprechenden medizinischen Gefährdung. Für übernommene besondere Mutterschaftsleistungen fallen weder Franchise noch Selbstbehalt an. Details: Schwangerschaft & Pränataldiagnostik.
Risikoschwangerschaft
Bluthochdruck, Gestationsdiabetes, Plazentainsuffizienz, Mehrlinge, Vorerkrankungen — wir betreuen Risikoschwangerschaften in enger Kooperation mit Perinatalzentren (Klinikum Lippe / Kassel als Erfahrungshintergrund, Schweizer Zentren als Partner).
Geburtsvorbereitung
Die Entbindung erfolgt in der Klinik Ihrer Wahl. Wir besprechen Geburtspläne, Wahlleistungen, Schmerzmanagement, Stillstart und Vor- und Nachteile verschiedener Geburtsmodi — sachlich, respektvoll, ohne Bevormundung.
Wochenbett & Stillzeit
Regulär ist eine Nachkontrolle zwischen der 6. und 10. Woche nach der Geburt vorgesehen. Dabei besprechen wir körperliche Erholung, Beckenboden, Verhütung in der Stillzeit und psychisches Wohlbefinden. Hebammen-Hausbesuche und Stillberatung sind davon getrennte Leistungen; zusätzliche ärztliche Kontrollen erfolgen bei medizinischem Bedarf.
Kostenübernahme
Quelle: BAG — Leistungen bei Mutterschaft · Stand: Juli 2026 · Diese Hinweise ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
