Was ist Perimenopause?
Die Perimenopause beginnt oft schon Jahre vor der letzten Periode (im Schnitt mit 45 – 51) und dauert mehrere Jahre an. Hormone schwanken stark — daher die unterschiedlichen Beschwerden. Die Menopause selbst ist rückblickend definiert: 12 Monate ohne Periode.
Häufige Beschwerden
- Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen
- Schlafstörungen, Müdigkeit, „Brain Fog“
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Phasen
- Trockene Schleimhäute, Schmerzen beim Verkehr
- Gewichtszunahme, Haarausdünnung
- Gelenkschmerzen
- Veränderungen der Periode (kürzer, länger, stärker, schwächer)
Diagnostik
Im 45-Minuten-Gespräch erfassen wir Beschwerden, Vorgeschichte, Risiken (Brustkrebs, Thrombose, kardiovaskulär) und führen eine gezielte Hormondiagnostik durch — wenn medizinisch sinnvoll. Wir besprechen Ihre Behandlungsziele.
Hormontherapie (HRT)
Eine Hormonersatztherapie kann die Beschwerden bei vielen Frauen wirksam lindern; ob und welche Therapie für Sie geeignet ist, klären wir individuell. Wir folgen den aktuellen Schweizer und internationalen Leitlinien (SGGG, NAMS):
- Östrogen ± Progesteron — transdermal (Pflaster, Gel) oder oral
- Lokale Therapie — bei Schleimhautbeschwerden allein oft ausreichend
- Bioidentische Hormone — möglich, mit klarer Einordnung der Studienlage
Risiko/Nutzen besprechen wir ehrlich — die Studienlage ist heute deutlich besser verstanden als vor 20 Jahren.
Nicht-hormonelle Optionen
- Lebensstil (Schlafhygiene, Bewegung, Ernährung, Stressmanagement)
- Phytotherapie (Cimicifuga, Soja-Isoflavone) — Wirksamkeit moderat, gute Verträglichkeit
- SSRI/SNRI bei starken Hitzewallungen oder gleichzeitiger Stimmungsproblematik
- Vaginal-Laser bei urogenitaler Atrophie — Evidenz begrenzt/umstritten, nur nach individueller Abklärung und wenn etablierte Optionen nicht in Frage kommen
Verlaufskontrolle
Bei HRT: erste Kontrolle nach 3 Monaten, dann jährlich. Mammographie und gynäkologische Vorsorge wie üblich, mit kleinen Anpassungen.
Kosten
Ob Beratung, Diagnostik und Hormonpräparate von der Grundversicherung vergütet werden, hängt von der konkreten medizinischen Leistung ab. Bei Arzneimitteln müssen insbesondere Präparat, zugelassene Indikation, Spezialitätenliste und allfällige Limitationen erfüllt sein; eine Diagnose allein garantiert keine Übernahme. Eine unklare Deckung klären wir möglichst vor Behandlungsbeginn; bei vergüteten Leistungen gelten Franchise und Selbstbehalt.
